Achtsam mit dem eigenen Körper sein

Kannst du deinen Körper wahrnehmen, in diesem Moment?

Der Mensch ist ein wunderbar komplexes Wesen, eine Einheit aus Körper, Geist und Seele. Diese Bestandteile sollten zu gleichen Teilen beachtet und gepflegt werden.  Allerdings gibt es viele Menschen, bei denen ein Ungleichgewicht herrscht. In unserer Kultur wird viel Wert auf die Entwicklung und Pflege des Geistes gelegt, Körper und Seele werden häufig vernachlässigt. Für viele Menschen ist der Körper sogar lediglich eine Hülle und wird erst dann wahr und ernst genommen, wenn er schmerzt oder gar krank wird. Und das wird dann als lästig empfunden, man gibt sich in die Hände der Schulmedizin, damit man dann wieder "funktioniert".

Gerade in dieser von Hektik und Stress geprägten Zeit lohnt es sich, sich seinem Körper zu widmen.

Wenn ich mich in der Meditation auf meinen Körper mit seinen Empfindungen konzentriere, versetzt mich das jedes mal in Staunen. Er gibt mir deutliche Signale, auf die es sich zu achten lohnt: Wie geht es meinem Körper? Bin ich müde? Wo bin ich angespannt? Wo kann ich loslassen? Durch die Erkundung des Körpers schlage ich 2 Fliegen mit einer Klappe:

  1. Ich lerne meine Körper immer besser kennen und auf wichtige Signale zu achten. Ich gehe dadurch sorgsamer mit meinem Körper um, mindere Erschöpfungszustände und Verletzungen und tanke gleichzeitig wieder Energie.
  2. Der Körper ist ein wunderbarer Zugang, um einen Zustand der Achtsamkeit oder Präsenz zu erlangen. Wenn ich also meine ganze Aufmerksamkeit auf meinen Körper richte, jedes Körperteil einzeln betrachte, kann ich gar nicht anders, als im gegenwärtigen Moment zu sein, denn die wahrgenommenen Körperempfindungen treten nun einmal "Jetzt" in Erscheinung. Es ist zudem gerade für Anfänger leichter, sich mit im Geiste an den einzelnen Körperteilen entlang zu hangeln. 

Den Körper als Verbündeten anerkennen

Manche Menschen erkennen dieses Körpergewahrsein gar nicht als Meditationen an, ihnen ist die Körperwahrnehmung vielleicht zu nüchtern. Mir selbst ging es zu Beginn meiner Meditationspraxis ebenfalls so. Ich habe das als zu "banal" abgetan und mich eher den "spannenderen" Sitzmeditationen zugewandt. Inzwischen sehe ich das anders: Ich begreife seit einiger Zeit den Wert und die Tiefe dieser Übung darin, dass ich meine Konzentrationsfähigkeit, das Verweilen bei einem bestimmten Objekt in kurzer Zeit steigern konnte und mir dies in anderen Meditationsformen enorm zugute kommt. Zum anderen erlange ich durch die wertfreie Körperwahrnehmung eine tiefe Einsicht in  meine Empfindungen, Gedanken und Emotionen. Ich erkenne im Alltag schneller, wenn ich mich in einem "Stresskreislauf" (ich schaukle mich selbst durch Gedanken innerlich auf) befinde und kann entsprechend aussteigen.  

Ich für meinen Teil sehe in meinem Körper einen Verbündeten - einen weiseren Bestandteil meines Selbst, als es mein Geist (der gern verdrängt) zuweilen ist. Der Körper ist "gnadenlos" und beschönigt nichts. Wenn ich ihn zu lange missachte, verschafft er sich Gehör, das ist dann zwar oft mit Schmerzen verbunden, aber ich komme nicht dazu ihn zu ignorieren. 

Ich lade dich hiermit ein, in deiner Meditationspraxis den Fokus hin und wieder auch auf deinen Körper zu legen. In der Achtsamkeitslehre wird dies auch gern "Bodyscan" genannt. Manche von euch kennen das auch aus dem Yoga als Abschlussübung. 

4 Gedanken zu „Achtsam mit dem eigenen Körper sein

  1. Das ist genau auch mein Themengebiet. Ich schreibe ebenfalls Texte dieser Art:))). Netzwerk ist doch wundervoll. Vielleicht tauschen wir uns bei Gelegenheit aus:).🙌namaste
    Nicol

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