Die Stille der Morgenstunde

Warum meine Morgenmediation für mich besser als jeder Kaffee ist

Seit meinem letzten Artikel sind inzwischen schon wieder einige Wochen vergangen. Ich habe diese Zeit intensiv genutzt und mich einmal mit der "Qualität" meiner Meditationspraxis beschäftigt. Ich war sehr unzufrieden, weil es mir häufig nicht gelang, konzentriert bei meiner Atembetrachtung zu bleiben. Nach einigen Experimenten bin ich nun dazu über gegangen, die frühen Morgenstunden für die Praxis zu nutzen. Ich stehe derzeit 5.45 Uhr auf und nehme mir 30 Minuten Zeit für mich und meine Meditation. Das war zu Anfang mit ein bisschen Überwindung verbunden, aber inzwischen bin ich sehr froh über diesen Schritt.

Der frühe Morgen hat seine ganz eigene Qualität für die Meditation: Ich bin noch ganz frisch und quasi neu geboren für den Tag. Alles ist noch offen und kann durch die Stille und das Innehalten ganz wunderbar eingeleitet werden. Ich begehe den Tag dadurch oft "bedachter". Und so sitze ich auf meinem Kissen, lausche den schon aktiven Vögeln und freue mich, dass die sonst so geräuschvolle Stadt noch still ist - zu dieser Stunde kann ich sogar bei offenen Fenster meditieren :-). Hin und wieder brummt ein Auto in der Ferne, aber das ist auch schon alles, was ich außerhalb meines Bewusstseins wahrnehme.

Ganz besonders mag ich den Umstand, dass ich um diese frühe Uhrzeit mit den Gedanken noch nicht beim "Tagesgeschäft" bin. Das war bisher meine größte Hürde: Die Gedanken an den Tag und darüber, was alles zu erledigen ist. Seitdem ich am frühen Morgen für längere Zeit meditiere, habe ich wahrlich eine neue Dimension der Stille für mich erfahren können. Es gelingt mir deutlich besser (auch länger am Stück), mich auf meinen Atem zu  fokussieren.

Da ich gerade schon am Schwärmen bin: Ich merke auch, dass meine Konzentration über den Tag verteilt deutlich gesteigert ist. Und das verblüffendste ist, dass ich trotz der frühen Morgenstunde wirklich munter bin und ich keinerlei "Einbußen" erleiden muss, durch die Zeit, die ich von meinem Schlaf abknapse. Diese halbe Stunde ist wie ein Geschenk, das ich mir selbst jeden Tag mache. Ich erlebe seit dieser Umstellung auch eine deutliche Steigerung meines "Hier und Jetzt"-Erlebens, will heißen es gelingt mir auch am Tag häufiger inne zu halten und mich ganz deutlich präsent in der Gegenwart wahrzunehmen. 

Mein Fazit lautet also: Die Morgenstund hat wirklich Gold im Mund und ich bin froh, dass ich es ausprobiert habe. Im Übringen wurde ich inspiriert von dem Autor Tim Parks. Vor wenigen Wochen habe ich sein Buch "von der Kunst stillzusitzen" gelesen und das war ein echter Anreiz ebenfalls so früh aufzustehen und zu meditieren. Ich kann dir also nur empfehlen, es für dich auszuprobieren und vielleicht kannst du meine Begeisterung dann teilen.

2 Gedanken zu „Die Stille der Morgenstunde

    1. Liebe Christine,
      vielen Dank für dein Feedback. Das Buch ist toll, nicht wahr? Ich freue mich, dass es dir gefällt. Habe es schon so vielen Leuten empfohlen.
      Alles Liebe
      Mareike

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