Gedanken sind nur Gedanken

Wie du destruktive Gedanken los lassen kannst

Hallo zurück aus dem Urlaub! Ich habe mit meinem kleinen Sohn einige Tage in Großbritannien verbracht und gemerkt, wie anstrengend es ist, mit einem Kleinkind allein zu verreisen. Es ist mir trotzdem gelungen, ein wenig Energie zu tanken und ich möchte mich heute einem Aspekt widmen, der mir dabei geholfen hat:

Das Loslassen destruktiver Gedanken

Den meisten Menschen ist überhaupt nicht bewusst, dass wir ununterbrochen denken. Mir wurde das auch erst klar, als ich die ersten Versuche unternahm, mich in der Meditationspraxis ganz auf meinen Atem zu konzentrieren. Ich nahm zum ersten mal wahr, welch ein Geplapper und gedankliches Getöse in meinem Kopf vorgeht. Ich fragte mich, ist das immer so? Wieso merke ich das im Alltag nicht?

Es ist tatsächlich so, dass es einige Übung in der Achtsamkeit braucht, um die eigenen Gedankenströme im Alltag wahr nehmen zu können. Es kommt mir zunehmend so vor, als würden meine Gedanken ein Eigenleben führen. Sie springen ganz schnell und unwillkürlich umher - es gibt dazu in der Buddhistischen Lehre das Bild des "Monkey Mind", des wild herumspringenden Affen. Dieser unkontrollierte Gedankenstrom besteht größtenteils aus Bewertungen, Beurteilungen und Meinungen über Dinge, Situationen und andere Menschen.

Je genauer ich meine Gedankenströme beobachte, desto mehr stelle ich zudem fest, dass diese Gedankenprozesse auch chaotisch, unvorhersehbar, ungenau, zusammenhangslos und teilweise sogar widersprüchlich sind.

Ja und wo liegt nun das Problem?

Seine Gedanken einfach so vor sich hin rauschen zu lassen birgt eine Gefahr. Nämlich die, das wir unsere Gedanken, für "die Wahrheit" halten. Wir kreieren in unseren Gedanken jedoch ständig neue Wirklichkeiten, vor allem Ideen und Meinungen über uns selbst und andere, die wir dann für wahr halten. Es sind allerdings nur Etikette, die wir ununterbrochen uns selbst und anderen verabreichen. Wenn wir dies jedoch für die Wahrheit halten, engen wir unser Gesichtsfeld enorm ein und damit auch unseren Handlungsspielraum.

Unsere Beurteilung der Situation bekommt dann etwas von einer sich "selbst erfüllenden Prophezeiung". Man wird blind für die eigenen Möglichkeiten und die eigene Macht die man hat, die Situation positiv zu beeinflussen. Um dies zu veranschaulichen, möchte ich noch einmal auf meinen Urlaub zu sprechen kommen:

Im Urlaub hatte ich zunächst genau solche destruktiven Gedanken, die mir erzählten wie anstrengend meine Reise mit einem Kleinkind doch ist. Das ich alles allein managen und organisieren muss, dass ich keine Pause habe usw. Ich habe mich ausschließlich auf die anstrengenden Momente konzentriert.

Das Resultat war, dass ich nach wenigen Tagen noch erschöpfter war, als vor der Reise. Da ich mich auch im Urlaub zur Meditation setzte, merkte ich zum Glück, dass ich immer wieder dabei war, mich innerlich über die Anstrengungen zu beklagen. Ich habe mir dann ins Gedächtnis gerufen, dass ganz viele Situationen in Zug, Flugzeug und Bus ja geklappt haben mussten, denn wir waren inzwischen heil in England angekommen. Ich erforschte also die Gedankengänge bezüglich des Reiseablaufes noch einmal und stellte fest, das meine Erschöpfung überwiegend von meinen destruktiven Gedanken kam:

"Ach, ist das anstrengend, nie bleibt der Kleine mal sitzen. Was sollen nur die Leute denken. Ich ertrage das Gezappel nicht mehr..."

Dann begann ich, diese Gedanken los zu lassen. Ich sagte mir ganz bewusst: "Gedanken sind nur Gedanken."

Aus "mein Gedanke" wurde dann "ein Gedanke" und diesen unwillkürlichen "einen Gedanken" konnte ich problemlos loslassen.

Als ich damit begann, öffnete und entspannte sich etwas in mir. Plötzlich konnte ich sehen, wie viele Situationen doch reibungslos liefen. Das ich immer wieder "Minipausen" haben konnte und ganz wichtig: Dass mein Sohn sich insgesamt sehr kooperativ verhalten hat. Er hat auf dieser Reise gelernt, dass er mir vertrauen kann, wenn ich sage: "Warte hier, ich bin gleich wieder da, ich gehe nur schnell dort drüben etwas für uns zu essen kaufen." Und ich habe gelernt, dass ich ihm vertrauen kann, denn er hat immer brav gewartet. Wenn man bedenkt, dass er erst 2 Jahre alt ist, ist da einiges ziemlich gut gelaufen.

Diese Erfahrung hat mich einmal mehr darin bestärkt, dass das, was ich mit der Meditation und Achtsamkeitspraxis schule unglaublich wertvoll für  meine gesamte Lebensgestaltung ist. Ich habe wiederholt  das befreiende Gefühl erfahren, das damit einher geht, wenn man sich von seinen Gedanken etwas distanziert. Ich habe weniger automatisch reagiert und im Laufe dieser 12 Tage die Zweisamkeit mit meinem Sohn zunehmend genießen können.

Weil ich so viel Kraft aus solchen Erlebnissen ziehe, lade ich auch dich ein, dich mehr in der Meditation und Achtsamkeitspraxis zu üben. Es gibt unzählige Anleitungen zur Meditation und wenn es dir schwer fällt dich allein hin zu setzen, komm doch vorbei in einem meiner Kurse!

Wenn du noch mehr Fragen oder Anregungen hast, hinterlasse mir auch gern einen Kommentar oder schreib mir eine Mail: mareike@meditationundachtsamkeit.com

Ein Gedanke zu „Gedanken sind nur Gedanken

  1. Sehr spannender und gut geschriebener Beitrag. Danke da für.
    Mir ging es ähnlich. Ich war mir nie des Gedankenflusses im Kopf bewusst – was ist das überhaupt, was den ganzen lieben langen Tag irgendwelche Gedanken im Kopf bildet.
    erst wenn man versucht sich auf seinen Atem zu konzentrieren , merkt man wie sich die ganze Zeit Gedanken versuchen reinzuschleichen.

    LG svenja

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