Geduld – mein guter Berater in der Meditationspraxis

Es ist September und die Erntezeit ist in vollem Gang. Meine Kartoffeln, Bohnen und Tomaten im Garten zum Beispiel stehen in voller reife und ich erfreue mich an ihrem intensiven Geschmack. Die Natur beschenkt uns mit vielen wild wachsenden Beeren, Kräutern und anderen Gaben. Zusätzlich werden wir gerade mit großartigem Sommerwetter verwöhnt und ich fühle mich äußerst wohlig mit diesen Temperaturen. Dazu kommt, dass sich bei mir gerade auch beruflich einiges sehr zum Positiven entwickelt Es ist schlichtweg ein Monat der Fülle für mich.

In dieser Zeit erlebe ich tiefe Dankbarkeit dafür, dass ich so geduldig war mit mir, mit meinen Lieben und den anstehenden Entwicklungen. Ja, es ist die Geduld, der ich heute meinen Beitrag widmen möchte, gerade auch mit Blick auf meine Meditationspraxis.  

Als ich vor knapp eineinhalb Jahren mit der täglichen Meditation begann, kam ich Berührung mit den 7 Säulen der Achtsamkeit. Geduld wird als die 2. Säule genannt:

"Habe Geduld mit dir und deinen Mitmenschen und lasse dich nicht von Emotionen davontragen. Habe Geduld, dann kannst du dem, was passiert Raum geben: Raum für Entfaltung, Raum für Entdeckung, Raum für Entwicklung. Die innere Haltung der Geduld ist ein stressfreier Zustand. Die Dinge entfalten sich in ihrem eigenen Tempo."

Wenn ich heute zurück blicke, dann fällt mir auf, dass dieser Aspekt für mich von wirklich zentraler Bedeutung ist. Ich zähle mich zu den Menschen, die in ihrer Grundvoraussetzung nicht gerade mit einem großen Potenzial an Geduld ausgestattet sind. Im Gegenteil, ich bin wirklich häufig ungeduldig und zappelig und ja, ich langweile mich schnell. Mein Geist ist häufig damit beschäftigt sich "Neues" zu suchen. Dennoch habe ich es geschafft, mich geduldig der Meditations- und Achtsamkeitspraxis zu widmen. Ich habe es geschafft, die Hürde der Ungeduld oder Rastlosigkeit, die in der Meditationspraxis häufig beschrieben wird, stand zu halten. 

Ich danke mir heute sehr dafür, dass ich bis hierher gekommen bin. Es ist wahrlich nicht immer spannend oder aufregend, sich jeden Tag zur Meditation hin zu setzen. Im Gegenteil, nach der Anfangseuphorie brauchte es für mich ein wenig "Disziplin", um dran zu bleiben. Die Geduld war dabei mein bester Berater. Erst nach vielen Wochen hatte ich die tägliche Praxis zu einer Gewohnheit gemacht, die mich die Meditation mit der gleichen Selbstverständlichkeit in meinen Alltag integrieren ließ, wie ich meine tägliche Tasse Kaffee trinke. Und irgendwann, nach einigen Monaten, kamen die "Belohnungen" dieses Durchhaltens bei mir an. Ich spürte die positiven Effekte der Meditation zunächst im Geist, dann im ganzen Körper und inzwischen in vielen Momenten meines Alltags: 

Ich bleibe zunehmend gelassener und reagiere mit Ruhe und Geduld auch auf hitzige Phasen. Diese Haltung ist für ein eher nervöses Wesen wie mich, mehr als heilsam. Ich kann Dinge geschehen lassen, ohne den Drang zu spüren "irgendetwas tun zu müssen". Das hat auch den Effekt, dass ich mich nicht mehr so gehetzt fühle. Ich nehme mir mit dieser zunehmend geduldigen Grundhaltung ganz viel Druck und entfalte Gelassenheit in meinem gesamten System.

2 Gedanken zu „Geduld – mein guter Berater in der Meditationspraxis

  1. Hallo Mareike, danke für den schönen Artikel, ich habe ihn sehr gern und mit viel Hoffnung gelesen. Ich versuche ebenfalls, die Meditation in mein Leben zu integrieren und muss gestehen, dass es mir mit Kleinkind/Beruf/Alltag oft nicht gelingt. Dennoch spüre ich, dass dieses Bisschen das ich mache, mich schon so unglaublich bereichert, daher möchte ich es nicht missen und bleibe dran!
    Mich würde interessieren welche Art der Meditation du machst? Hast du bestimmte Paktiken oder setzt du dich einfach und kommst für einen Moment zu Ruhe?
    Liebe Grüße,
    Sarah

    1. Liebe Sarah,
      vielen Dank für dein Feedback! Ja, Meditation lohnt sich – auch schon 10 Minuten am Tag. Ich nutze den Morgen. Ich stehe vor meinem Mann und meinem Sohn auf und meditiere täglich 20 bis 30 Minuten, je nachdem, wie viel Zeit ich habe. Das hat am Anfang etwas Überwindung gekostet, ist inzwischen aber die kostbarste Zeit des Tages, die ich nur für mich habe. Ich konzentriere mich dabei voll auf meinen Atem und dehne diese Wahrnehmung langsam auf meinen Körper aus.
      Es lohnt sich in jedem Fall, sich einen Zeitslot am Tag zu suchen und wirklich täglich dran zu bleiben – das hat tolle Effekte auf das Wohlbefinden und schleust so langsam eine positive Grundstimmung ein.

      Alles Liebe
      Mareike

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