Warum ich meditiere

Im Jahr 2011, ich war gerade 29 Jahre alt geworden, veränderte sich mein leben dahingehend, dass es zunehmend herausfordernder wurde. Beruflich und auch gesellschaftlich übernahm ich mehr Verantwortung (Projektverantwortungen, mehrere ehrenamtliche Tätigkeiten), ich wollte mir aber auch meinen Wunsch nach einem Kind erfüllen.

Da ich ein Mensch bin, der gerne alles unter Kontrolle hat, wurde aus diesem "sich zu viel vornehmen" eine Krise. Man nennt diese Form der Krise heute auch gern Burn-out, wobei ich von diesem Begriff nichts halte, da es die gleichen Symptome wie die einer Depression sind. 

Ich wollte nicht leiden, deshalb entschloss ich mich, nach einem Weg aus der Krise zu suchen. Dabei stieß ich u.a. auf die Lehren von Eckhart Tolle mit seinem Werk "Jetzt, die Kraft der Gegenwart". Hier erfuhr ich zum ersten mal davon, welch heilsame Wirkung die Fokussierung auf den jetzigen Moment haben kann. Ich bemühte mich, diesen Gedanken in meinem Alltag zu verankern. Es half, zumindest kurzweilig. 

Durch eine berufliche Weiterbildung stieß ich auf das Thema Gewaltfreie Kommunikation und wurde auch hier wieder mit der Idee der Präsenz (oder Achtsamkeit) konfrontiert. 2014, als mein Sohn geboren wurde, lernte ich die Lehren von Dr. Jon Kabat-Zinn kennen. Sein Ansatz, die Essenz des Zen Buddhismus in eine für uns Westler Alltags taugliche Form zu übersetzen gaben mir den letzten Baustein, die Achtsamkeitspraxis in die täglichen Anwendung zu bringen. Seit Anfang 2015 gelingt es mir nun (fast) täglich zu meditieren und ich arbeite aktiv daran im Hier und Jetzt zu leben.

Durch diese Praxis hat sich mein Leben unglaublich positiv verändert. Ich habe mich von meinem Job befreit und den Schritt in die Selbständigkeit gewagt. Mein ganzes soziales Leben, besonders mein Familienleben ist seither so viel harmonischer. Das liegt darin begründet, dass ich durch die Achtsamkeitspraxis Empathie, Mitgefühl und inneren Frieden in mir kultiviere. Dies befähigt mich für viele Situationen (z.B. Meinungsverschiedenheiten) Lösungsansätze zu finden, die Raum für die Bedürfnisse aller Beteiligten lassen. 

Sicher ist aus mir seither noch keine Heilige geworden. Ich stehe immer noch vor alltäglichen Herausfordrungen und Problemen. Auch Sorgen um meine Lieben, unvorhergesehene Ereignisse, die meine Pläne durchkreuzen, etc sind immer noch präsent. Aber all dies wirft mich nicht mehr so leicht aus der Bahn. Ich bin inzwischen fähig, auch im dicksten Missstand Achtsam zu bleiben und inneren Frieden zu bewahren. Dafür bin ich dankbar!

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